„Hervorzuheben ist die intellektuelle Leistung aller Autoren, trotz des
Live-Charakters der Beiträge, konsequent die Gefahr der Persiflage vermieden zu haben.“

(Robert-Geisendörfer-Preis 1983 )


„Sehr plastisch und professionell zeigen Berliner Journalisten, Autoren und Kritiker bereits seit 1973, wie sich wohl zum Beispiel eine Live-Übertragung von der Festnahme und Verhandlung Jesu im Jahre 33 angehört hätte, wenn es zu dieser Zeit das Radio gegeben hätte. Man hört Liveberichte aus Palästen, Augenzeugenberichte, amüsante Jingles und Expertenkommentare, aufwändige O-Töne und Effekte. Die Produktionen sind in ihrer Wirkung so aktuell, als wäre der Hörer mitten im Geschehen.“

(Hoerothek.de)


“... Das Ergebnis:
eine erfreulich unverkrampfte Mischung aus Bibelkunde und parodistischer Selbstreflexion des Mediums Radio
und seiner Vermittlungsformen.


(Die Presse /Zürich 2000)

Seit 1973 gibt es in Berlin eine Sendereihe, die mit den Mitteln aktueller Rundfunk-Berichterstattung eine Welt lebendig macht, die seit Jahrtausenden vergangen ist: die Welt der Bibel. Produzenten dieses Programms sind nicht Kirchenleute oder Theologen, sondern Journalisten, Autoren und Kritiker, die in ihrem normalen Berufsleben zumeist an führender Stelle aus Politik, Kultur und Gesellschaft berichten.


Mit derselben journalistischen Genauigkeit gehen sie als Mitarbeiter des fiktiven Rundfunksenders „RADIO TYRUS“ an die Texte der Bibel heran: Gründliche Recherchen, nicht nur über die religiösen und gesellschaftlichen Verhältnisse jener Zeit, sondern auch über viele praktische Einzelfragen, die eine Reportage für den Hörer erst interessant machen. Wie sah nach den Erkenntnissen der Archäologie der Fischerort Kapernaum zur Zeit Jesu aus, wie schminkten sich die  Frauen am Hofe Salomos, was aß und trank man bei einem Fest zur Zeit des Patriarchen Abraham, wie war der Stand der medizinischen Wissenschaft als Jesus seine Heilungswunder tat?


Als Standort für ihren fiktiven Rundfunksender wählten die Autoren die phönizische Hafenstadt Tyrus. Sie liegt nahe an den Stätten des biblischen Geschehens, ihre Bewohner gehören aber einer anderen Kultur und Religion an. So können die Reporter von Radio Tyrus immer aus einem gewissen Abstand über die damaligen Vorgänge berichten. Sie erscheinen ihnen fremd, wie dem heutigen Bibelleser auch. Um unnötiges Theater zu vermeiden, behalten die Mitwirkenden ihren Namen und auch die Grundzüge ihrer Identität.


Dabei spielen die mitarbeitenden Journalisten längst keine bloßen Rollen mehr. Sie schlüpfen mit Haut und Haaren in die historischen Charaktere, die sie verkörpern.Ein spannendes Spiel, bei dem bis zur Aufnahme der Sendung alles offen bleibt. Jeder der Beteiligten hat sich selbständig auf seine Rolle vorbereitet. Der Produktionsplan verzeichnet nur die Reihenfolge der Auftritte und die Geräuschkulisse im Hintergrund. Und dann geht‘s los...


Was die Autoren der Sendereihe auch noch nach über 25 Jahren fasziniert, ist eine erstaunliche Entdeckung: Die alten Berichte erhalten bei einer solchen genauen Nachfrage von selbst eine erstaunliche Gegenwartsnähe. Sie müssen nicht künstlich modernisiert werden, es reicht, sie einfach nachzuerzählen.


Die Mehrzahl der Beteiligten ist den Radiohörern in Berlin und Brandenburg seit Jahren bekannt. So die inzwischen verstorbene populäre Fernsehmoderatorin Juliane Bartel, der bekannte Klassik-Moderator Dr. Dietrich Steinbeck oder Florian Barckhausen, für lange Zeit Wellenchef des RBB -Stadtradios BERLIN 88 8. Als kompetente jüdische Stimme ist die Frankfurter Publizistin und Theologin Ruth Lapide beteiligt.


Ein kleiner Teil seit 1973 entstandenen Produktionen ist in dieser Reihe als CD veröffentlicht.  Zu jeder CD gehört ein ausführliches illustriertes Beiheft, das in verständlicher Weise über die zeitgeschichtlichen Hintergründe der Sendung und die an ihr beteiligten Personen informiert.

Journalisten auf den Spuren der Bibel

Reporter von heute berichten „live“ aus biblischer Zeit - jetzt auf CD

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